zum Hauptinhalt springen
Menü

Firemon 112

Aus einem privaten Projekt wird ein landesweit gefragtes Open-Source-System für Feuerwehr und Katastrophenschutz 

Das Wichtigste in Kürze

Die Idee 

Was als kleine Idee eines Einzelnen begann, hat sich zu einem unverzichtbaren digitalen Helfer für Feuerwehren und Hilfsorganisationen entwickelt: Firemon112 revolutioniert die Einsatzvorbereitung mit Echtzeitdaten, intelligenter Alarmierung und taktischer Übersicht – noch bevor die Uniform angezogen ist. Wie genau das System funktioniert und warum es längst über die Grenzen Süderbrarups hinaus im Einsatz ist, zeigt unser Blick hinter die Kulissen eines Erfolgsprojekts, das Maßstäbe setzt. 

Mehr zur Idee 

Die Technologie

Aus der bewährten Lösung für den Einsatzalltag soll nun eine landesweit einsetzbare Plattform werden. Dazu wird Firemon jetzt dank einer modularen Architektur auf das nächste Level gebracht. Gemeinsam mit dem Technologiepartner Viakom und finanziell unterstützt vom DigitalHub.SH erhält Firemon 112 einen Offline-Modus und einen datenschutzkonformen Messenger – selbstverständlich alles auf Basis von Open Source-Lizenzen. 

Mehr zur Technologie

Warum Open Source? 

Nicht verkaufen, sondern befähigen – das ist der zentrale Gedanke hinter Firemon112. Statt auf Gewinnmaximierung setzt das Projekt auf Offenheit, Teilhabe und Transparenz. Getragen von einem gemeinnützigen Verein, bleibt die Technologie für alle zugänglich und weiterentwickelbar. 
Open Source – da sind sich alle Projektbeteiligten einig – ist mehr ist als ein Lizenzmodell. Für sie ist es ein echtes Bekenntnis zur Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Mit diesem Prinzip wollen sie Einsatzkräfte im ganzen Land stärken. 

Mehr zu Open Source

 

Die Idee

Feuerwehrmann mit Brille betrachtet ein Smartphone vor einem roten Einsatzfahrzeug in der Halle
Patrick Moldenhauer, stellvertretender Amtswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr im Amt Süderbrarup und Vorstandsvorsitzender des Vereins Firemon 112 e.V.

„Ich wollte einfach wissen, was mich erwartet.“ Wenn Patrick Moldenhauer über die Entstehungsgeschichte von Firemon112 spricht, fällt als Erstes dieser Satz. Moldenhauer, der von sich selbst sagt, er habe IT im Kopf und Feuerwehr im Blut, ist stellvertretender Amtswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr im Amt Süderbrarup. Hauptberuflich ist er als Chief Information Officer (CIO) bei einem Online-Händler verantwortlich für die technische Infrastruktur des Unternehmens. 

Mit seinem Projekt Firemon112 hat er in seiner Freizeit beide Welten miteinander verwoben und damit ein Problem in Angriff genommen, das nicht nur ihn, sondern viele Kameradinnen und Kameraden in seiner und in anderen Wehren beschäftigt: Welche Einsatzlage wartet nach einer Alarmierung auf die Helfer? Verkehrsunfall mit Kindern oder Mülltonnenbrand? Lagert Gefahrgut an der Unglücksstelle? Diese Ungewissheit kostet im Zweifelsfall wertvolle Minuten. Denn wenn Moldenhauer und seine Truppe sich erst an der Einsatzstelle ein Lagebild verschaffen können, ist die Zeit der Anfahrt für die taktische Einsatzplanung aufgrund fehlender oder unklarer Informationen verloren.  

Die Technologie

Mann mit Brille erklärt etwas gestikulierend in einer Gruppe, im Hintergrund ein Feuerwehrauto
Felix Bukatz, Systementwickler und Leiter Produktleitung bei Viakom, erklärt, um welche Funktionen die bestehende Software in insgesamt drei Phasen erweitert wird.

Klare Definition und Priorisierung

 Aufgrund der Komplexität des gesamten Vorhabens haben Firemon112 und Viakom drei Teilprojekte definiert und priorisiert. Im ersten Teilprojekt geht es um die Integration von Matrix.org als datenschutzkonforme Kommunikationslösung. „WhatsApp ist im Einsatz Alltag, aber datenschutzrechtlich ein Albtraum“, sagt Felix Bukatz von Viakom. Stattdessen wird Firemon112 künftig das offene Kommunikationsprotokoll Matrix.org in die App einbinden. Zentrale Funktionalitäten sind ein Messenger für den Austausch von Textnachrichten, Bildern und Dokumenten – also alles das, was Nutzerinnen und Nutzer aus den üblichen Messenger-Diensten auch kennen. Eine solche bekannte Funktionsweise sorgt von Anfang an für eine größere Akzeptanz. Das Herzstück dieses Teilprojekts ist der geplante Einsatzstream - ein digitales Logbuch zur lückenlosen Dokumentation der Einsatzentwicklung. 

Im zweiten Teilprojekt soll Firemon112 für den Offline-Betrieb fit gemacht werden. Denn Funklöcher und Blackouts dürfen die Feuerwehr nicht handlungsunfähig machen. Deshalb wird Firemon112 so erweitert, dass es seine Kernfunktionen auch ohne Internetverbindung bereitstellen kann. Eingaben, die in Phasen ohne Online-Verbindung gemacht werden, werden bei einer wiederhergestellten Internetverbindung des genutzten Endgerätes automatisch mit dem Server synchronisiert und stehen dann anderen Einsatzkräften sofort zur Verfügung. Ein wichtiger Bestandteil dieses Teilprojekts ist die Integration eines offline-fähigen Kartendienstes auf Basis von OpenStreetMap. „Diese Synchronisierung von Daten, die ohne Netzverbindung erfasst wurden, ist gerade in ländlichen Regionen ein echter Gamechanger", sagt Viakom-Mann Bukatz. 

Ein drittes Teilprojekt wird sich dem dezentralen Betrieb von Firemon112 widmen. Denn die Lösung soll auch und gerade bei größeren Einsatzlagen und längeren Ausfällen der kritischen Infrastruktur (Strom, Internet) weiter seinen Dienst verrichten können. Der technische Ansatz dieses Teilprojekts, ein Proof of Concept, soll eine unabhängige Kommunikationsinfrastruktur schaffen, die über das TCP/IP-Protokoll arbeitet. Lokale WLAN-Netzwerke sollen strategisch wichtige Standorte wie zum Beispiel Amtsverwaltungen, Gerätehäuser oder Notfall-Infopunkte verbinden und so den Betrieb von Firemon112 gewährleisten. 

Warum Open Source?

Person hält Smartphone mit Navigations- und Verkehrsanzeige auf dem Bildschirm in der Hand

Projektdetails                                          

Partner
Firemon 112 e.V. 
Viakom GmbH                

Entwicklungszeitraum
Oktober 2024 - Dezember 2025 

zum GitLab/openCode

Bei Fragen rund um das Projekt hilft unsere Projektmanagerin Anja weiter:

Projektmanagerin DigitalHub SH Anja Voss
Anja Voß
Projektmanagerin DigitalHub.SH
Telefon: +49 431 66 66 6 - 553
Nach oben scrollen