Das Wichtigste in Kürze
Die Idee
Der startuphafen.sh ist eine digitale Plattform aus dem Amt Eiderstedt, die Gründungs- und Nachfolgeprozesse im ländlichen Raum deutlich vereinfachen und beschleunigen soll. Als „One-Stop-Shop“ ermöglicht sie es, Unternehmensgründungen vollständig online abzuwickeln – inklusive automatischer Erstellung und Übermittlung aller notwendigen Anmeldungen an Behörden. Neben dem digitalen Gründungsprozess bietet die Plattform persönliche Unterstützung durch regionale Lotsen. Perspektivisch wird das Angebot durch Funktionen wie KI-gestütztes Nachfolge-Matching und einen Chatbot erweitert und könnte als Vorbild für ganz Deutschland dienen.
Die Technologie
Die Plattform basiert auf einer modernen Webarchitektur mit Angular, TypeScript, Node.js und PostgreSQL sowie agilen Entwicklungsprozessen und containerisiertem Betrieb für hohe Flexibilität, Skalierbarkeit und Stabilität. Über standardisierte Schnittstellen werden bestehende Systeme wie BundID, ELSTER und Verwaltungsportale integriert, sodass durchgängige und effiziente Abläufe ohne Medienbrüche entstehen. Begleitend wird die Plattform wissenschaftlich evaluiert und kontinuierlich weiterentwickelt, um ihren Nutzen für die Gründungsdynamik langfristig zu optimieren.
Warum Open Source?
startuphafen.sh ist konsequent als Open-Source-Projekt angelegt, um langfristige Nutzbarkeit, Weiterentwicklung und Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern zu gewährleisten. Der öffentlich zugängliche Quellcode unter der GNU General Public License ermöglicht Transparenz, Nachvollziehbarkeit und eine einfache Anpassung durch Kommunen, Institutionen und Entwickler. Gleichzeitig fördert der Open-Source-Ansatz die Zusammenarbeit vieler Partner, sodass Verbesserungen kontinuierlich in das Projekt zurückfließen und allen zugutekommen.
Die Idee
Im Kreis Nordfriesland weht ein kräftiger Start-up-Wind. In keiner anderen Stadt und in keinem anderen Kreis in Schleswig-Holstein gibt es mehr Unternehmensgründungen pro 1.000 Einwohner als in der Westküstenregion zwischen Eider und dänischer Grenze. Dabei geht es nicht unbedingt um Größe und schnelles Wachstum um jeden Preis. „Hier gründen Menschen, weil sie einen Bedarf für ein Handwerk oder eine Dienstleistung vor Ort sehen“, erläutert Michael Lohmann. Er muss es wissen, denn als Leiter der Geschäftsstelle Husum der IHK Flensburg kennt er den Unternehmer-Spirit in der Region ganz genau. Und er weiß, warum manche Gründungsvorhaben nie das Licht der Welt erblicken. „Vor allem dann, wenn Menschen erst einmal im Nebenerwerb gründen wollen, sind die bürokratischen Hürden für viele zu hoch. Dabei sind wir gerade in ländlichen Räumen darauf angewiesen, dass Menschen mit guten Ideen die Wirtschaft am Laufen halten und so Arbeitsplätze sichern“, sagt Lohmann.
Genau vor diesem Hintergrund gewinnt auch das Thema Unternehmensnachfolge immer mehr an Bedeutung. Nach Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung aus Bonn stehen in Schleswig-Holstein pro Jahr etwa 1.300 Unternehmen vor der Übergabe an eine Nachfolgegeneration. In den nächsten fünf Jahren brauchen also allein im echten Norden rund 6.500 Unternehmen einen neuen Eigentümer – oder sie verschwinden vom Markt. Und mit ihnen die Jobs.
Damit wird klar, wie wichtig die beiden Aspekte Gründung und Nachfolge für die langfristige wirtschaftliche Stabilität einer Region sind. Und es liegt auf der Hand, dass es für die angehenden Unternehmer so einfach wie möglich sein soll, ihre Ideen schnell zum Leben zu erwecken.
Einfach schnell gründen
Im Amt Eiderstedt ist das Bewusstsein für diese Situation besonders ausgeprägt. Dort gibt es mit dem Projekthaus Eiderstedt ein Zentrum für Entwicklungs- und Zukunftsfragen, das Wirtschaft und Gesellschaft auf der Halbinsel nachhaltig stärken soll. Kreative und engagierte Köpfe denken hier schon länger darüber nach, wie gründen digitaler und damit schneller werden kann.
So reifte nach und nach die Idee für den startuphafen.sh. Als gefördertes Projekt innerhalb der Initiative DigitalHub.SH verfolgt die Plattform das Ziel, Gründungs- und Nachfolgeprozesse im ländlichen Raum für angehende Unternehmerinnen und Unternehmer so einfach wie möglich zu gestalten. „Wir sind ja hier oben sehr pragmatisch mit allem, was wir tun. Deshalb wollten wir nicht mit einer abstrakten Digitalstrategie rund um das Thema Gründen an den Start gehen, sondern mit einem konkreten Werkzeug, das Abläufe optimiert und beschleunigt.“ Das sagt Matthias Hasse, Amtsdirektor im Amt Eiderstedt.
Thomas Tucker, Geschäftsführer der PCT Digital GmbH, fasst den startuphafen.sh in einem Satz zusammen: „Wir wollen einen One Stop-Shop fürs digitale Gründen bereitstellen.“ Tucker und sein Team haben die Plattform von Grund auf entwickelt und sind auch für die technische Umsetzung der nächsten Ausbaustufe verantwortlich. „Im Idealfall muss niemand den startuphafen.sh verlassen, bis die Gründung abgeschlossen ist. Unter anderem damit sorgen wir dafür, dass gründen deutlich einfacher wird.“
Unternehmer per Mausklick
Kern des Angebots von startuphafen.sh ist der digitale Gang zum Amt. Auf einer intuitiv bedienbaren Webseite werden die Neu-Unternehmer Schritt für Schritt durch den Gründungsvorgang geleitet. Die Abfrage der grundlegenden Informationen zu Unternehmen und Unternehmer, die Schätzung der ersten Umsätze und Gewinne sowie die Eingabe der steuerlich relevanten Daten erfolgt in wenigen Schritten.
Jetzt passiert die eigentliche Magie der Plattform: Das System generiert zwei verschiedene Anmeldungen – eine für das zuständige Finanzamt und eine für das Gewerbeamt beziehungsweise für die in der jeweiligen Kommune dafür zuständigen Stelle – und sendet sie per Klick an die entsprechende Behörde. Im Amt Eiderstedt kann man also jetzt von überall aus gründen: vom Küchentisch, aus dem Strandkorb, aus dem Café.
Dazu sind lediglich zwei Voraussetzungen erforderlich: eine gute Idee und eine BundID. „Der Einsatz der BundID als deutschlandweiter Standard war für uns ein ganz wichtiges Argument, um die Technologie perspektivisch auch außerhalb Schleswig-Holsteins nutzen zu können“, sagt Thomas Tucker.
Die BundID ist das zentrale Nutzerkonto der deutschen Verwaltung, mit dem Bürgerinnen und Bürger digitale Verwaltungsleistungen online nutzen können. Sie wird vom Bundesministerium des Innern und für Heimat bereitgestellt und ermöglicht eine sichere Identifizierung, zum Beispiel per Online-Funktion des Personalausweises oder ELSTER-Zertifikat. Mit der BundID lassen sich Anträge stellen, Bescheide abrufen und persönliche Daten verwalten. Ziel ist es, Behördengänge einfacher, schneller und vollständig digital abzuwickeln.
Persönliche Betreuung inklusive
Michael Lohmann von der IHK führt noch zwei weitere wichtige Aspekte ins Feld, die den startuphafen.sh auszeichnen und zu einem echten Gamechanger machen: das umfangreiche Informationsangebot, das Gründer auf startuphafen.sh finden, sowie die die persönliche Betreuung der Gründer durch die so genannten Lotsen.
„Im startuphafen.sh strandet niemand. Wer seine Idee in ein Unternehmen gießen will, kann das durch Eingabe von ein paar Daten und Informationen innerhalb von zehn Minuten tun. Wer aber auf diesem Weg konkrete Fragen hat oder Feedback zu seinem Vorhaben einholen möchte, findet bei den aktuell drei Lotsen in Meldorf, Niebüll und Garding sehr schnell ein offenes Ohr.“ So beschreibt Lohmann die weiteren Mehrwerte der Plattform.
Eine dieser Lotsen ist Dr. Ilja-Kristin Seewald. Vom Wirtschaftscampus Garding aus begleitet sie nicht nur Gründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Sie ist auch eine der treibenden Kräfte hinter dem Projekt selbst. „Mit startuphafen.sh verknüpfen wir bestehende Angebote und entwickeln diese weiter, und zwar konsequent aus dem Blickwinkel der Gründerinnen und Gründer. Das gilt sowohl für Beratungsangebote und Verwaltungsprozesse als auch für technische Tools. Wichtig ist uns zudem das Netzwerk, das den Nutzern nach dem Einloggen zur Verfügung steht.“ So beschreibt Seewald die zentralen Ambitionen des neuen Angebots.
Lokale und regionale Angebote verstärken
Weil der persönliche Draht zu einem Expertennetzwerk in Sachen Gründung oft erfolgsentscheidend ist, setzt der startuphafen.sh neben dem digitalen Ganz zum Amt auch ganz stark darauf, Menschen miteinander zu verbinden. In nahezu jeder Kommune gibt es Gründungsberater, die angehenden Unternehmern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Hinzu kommen weitere Initiativen wie Business Angels, Verbände und natürlich die IHK und die Handwerkskammern.
Michael Lohmann von der IHK Flensburg betont, dass der startuphafen.sh auf keinen Fall lokal und regional gewachsene und erfolgreiche Gründungsnetzwerke ersetzen will, sondern ihnen zu mehr Sichtbarkeit und Präsenz verhelfen möchte. Diese haben auch bisher schon sehr viel im digitalen Raum gearbeitet, sei es mit Angeboten zur Weiterbildung oder Einzel-Coachings. „Die Resonanz der örtlichen Gründungsberater auf unsere Plattform ist sehr positiv, denn der startuphafen.sh ergänzt ihre Arbeit um eine Komponente, die es so bisher nicht gab, nämlich den digitalen Gang zum Amt“, beschreibt Lohmann die bisherigen Rückmeldungen aus der Fläche. Amtsdirektor Mattias Hasse nennt diesen Ansatz smarte Bürokratie. Durch sie werde das verwaltungstechnisch Notwendige so umgesetzt, dass es für den Nutzer mit möglichst geringem Aufwand zu erledigen ist.
Vorbild für ganz Deutschland
Dem startuphafen.sh eilt bereits jetzt der Ruf eines Wegbereiters für wirklich digitales Gründen in Deutschland voraus. Nicht ohne Stolz erzählen die Verantwortlichen für das Projekt, dass man auch schon am anderen Ende der Republik auf den startuphafen.sh schaut und den Mehrwert einer solchen Lösung für die Stadt München bereits erkannt hat. Das zeigt, dass das Kernteam um Seewald, Hasse, Lohmann und Tucker einen wirklich dringenden Bedarf identifiziert und mit dem startuphafen.sh eine Idee ersonnen haben, die in der deutschen Wirtschaft eine neue Dynamik freisetzen könnte. So wundert es nicht, dass auch mehrere Bundesländer bereits Interesse bekundet haben, mehr über das Projekt zu erfahren.
Und das, obwohl die Plattform gerade einmal in drei westlichen Landkreisen in Schleswig-Holstein einsatzbereit ist. Aber das wird nicht lange so bleiben. Damit tatsächlich auch alle Gründungs- und Nachfolgeinteressierte im Land die Vorzüge des startuphafen.sh nutzen können, haben die Projektverantwortlichen einen Rollout-Plan geschmiedet. Von den drei Kreisen an der Westküste geht es nach und nach rein ins Landesinnere und an die Ostküste sowie in die Städte.
Gründen, nächstes Level
Da passt es zeitlich perfekt, dass im Rahmen einer zweiten Finanzierungsrunde einige Funktionen hinzukommen, die den startuphafen.sh wirklich einzigartig in Deutschland machen und sein Leistungsspektrum noch einmal deutlich erweitern. Konnten in der ersten Version ausschließlich Solo-Selbstständige ihr Unternehmen über die Plattform gründen, ist das nun auch für Kapitalgesellschaften (zum Beispiel eine GmbH) möglich. Der dafür notwendige Gang zum Notar erfolgt dann ebenfalls digital, nämlich per Videokonferenz.
Besondere Aufmerksamkeit gilt in der erweiterten Version des startuphafen.sh dem Thema Unternehmensnachfolge. Viele bestehende Betriebe sind wirtschaftlich gesund, gut etabliert und regional verankert, finden aber keine geeignete Nachfolge. Gleichzeitig gibt es Menschen mit unternehmerischem Interesse, fachlicher Qualifikation und regionaler Bindung, die sich eine Übernahme vorstellen können. Diese beiden Gruppen zusammenzubringen ist anspruchsvoll, aber chancenreich.
Zusammenbringen, was zusammengehört
Der startuphafen.sh unterstützt dabei jetzt mit der Hilfe eines KI-gestützten Nachfolge-Matching. Dabei ist der startuphafen.sh keine Datenbank, in die Suchende und Bietende ihre Informationen eintragen. Vielmehr ist die Plattform der Ausgangspunkt für jemanden, der unternehmerisch aktiv sein möchte und für den neben der Neugründung auch die Übernahme eines erfolgreich eingeführten Betriebs eine Option ist.
Anhand von wenigen Eingaben durchsucht startuphafen.sh mittels künstlicher Intelligenz andere Plattformen nach potenziellen Zielunternehmen und bringt so zusammen, was zusammengehört. Die KI analysiert dabei nicht nur harte Fakten, sondern berücksichtigt auch qualitative Kriterien wie regionale Präferenzen, Branchenerfahrung oder persönliche Zielsetzungen. Ziel ist es nicht, automatisierte Entscheidungen zu treffen, sondern potenzielle Matches sichtbar zu machen und den Einstieg in Gespräche zu erleichtern.
KI unterstützt künftig nicht nur beim Nachfolge-Matching. startuphafen.sh bekommt nämlich weiteren Zuwachs in Gestalt eines Chatbots. Fragen beantwortet der Chatbot nicht durch eine Google-Suche, sondern auf der Basis der kuratierten Wissensquellen, die auf der Plattform hinterlegt sind. Mit diesem Ansatz folgen die Entwickler von PCT digital ganz konsequent der Strategie der digitalen Souveränität. „Wir haben die Datenhaltung und das, was der Chatbot verarbeitet, zu 100 Prozent unter Kontrolle“, sagt IT-Mann Tucker und fügt hinzu: „Das ist nicht nur eine philosophische Frage, sondern dient vor allem der Qualitätssicherung. Unsere Nutzerinnen und Nutzer können sich darauf verlassen, dass die Antworten unseres Chatbots aus vertrauenswürdigen und verlässlichen Quellen stammen.“
Die Technologie
Durch die Gründerbrille geschaut
Die technologische Umsetzung von startuphafen.sh folgt dem Grundsatz, dass Technik Mittel zum Zweck ist. Sie soll Prozesse unterstützen, nicht dominieren. Entsprechend haben die Entwickler den startuphafen.sh aus der Perspektive der Gründer konzipiert. „Es gibt schon einige digitale Gründungsangebote in Deutschland, aber diese sind eher verwaltungsoptimiert und weniger an den Bedürfnissen und Gewohnheiten der Zielgruppen orientiert“, sagt Thomas Tucker und betont: „Mit unserer Herangehensweise schaffen wir bewusst einen neuen Ansatz, indem wir ganz konsequent die Gründerbrille aufgesetzt haben.“
startuphafen.sh ist daher als moderne Webanwendung umgesetzt. Im Frontend kommt für eine klare Struktur, eine gute Wartbarkeit und eine hohe Nutzerfreundlichkeit das Angular-Framework zum Einsatz. Die verwendete Programmiersprache TypeScript bietet neben anderen Vorteilen für ein Projekt dieses Umfangs eine bessere Fehleranalyse und schnellere Entwicklungszeiten als andere Sprachen. Das Backend basiert auf Node.js. Kombiniert mit einer PostgreSQL-Datenbank eignet sich diese Architektur gut für strukturierte relationale Daten.
Die Entwicklungsprozesse sind agil organisiert. Neue Funktionen werden iterativ entwickelt, getestet und gemeinsam mit Nutzerinnen und Nutzern weiter verfeinert. Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebungen sind voneinander getrennt, um Stabilität im laufenden Betrieb zu gewährleisten. Deployments erfolgen automatisiert über CI/CD-Pipelines, sodass Updates kontrolliert und nachvollziehbar eingespielt werden können.
Für den Betrieb setzt startuphafen.sh auf containerisierte Umgebungen. Docker ermöglicht reproduzierbare Deployments und vereinfacht den Betrieb in unterschiedlichen Infrastrukturen. Perspektivisch ist auch der Einsatz von Kubernetes vorgesehen, um Skalierung und Ausfallsicherheit weiter zu erhöhen. Gehostet wird die Plattform in zertifizierten Rechenzentren in Deutschland, die hohe Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Datenschutz erfüllen.
Bestehende Prozesse effizient nutzen
Eine besondere Rolle spielt die Integration externer Systeme. startuphafen.sh ist bewusst so entwickelt, dass es mit bestehenden Verwaltungs- und Serviceplattformen kommunizieren kann. Über standardisierte Schnittstellen werden Bürgerportale, das Servicekonto Schleswig-Holstein, die BundID, ELSTER sowie die OZG-Cloud angebunden. Für Nutzerinnen und Nutzer entsteht so ein durchgängiger Prozess, bei dem einmal erfasste Daten mehrfach genutzt werden können.
Ohnehin gab es seitens des Förderpartners DigitalHub.SH die Vorgabe, technologische Standards zu nutzen, über die sich verwaltungsseitige Prozesse einfach anbinden lassen. Ein Beispiel: Die steuerliche Erfassung eines neuen Unternehmens wird über eine Schnittstelle via ELSTER direkt dem zuständigen Finanzamt zugeleitet. Dort weiß man gar nicht, dass die Anmeldung des neuen Unternehmens über den startuphafen.sh kommt. Und letztendlich ist es für die Finanzverwaltung auch völlig unerheblich – die Mitarbeitenden erhalten die Unterlagen über den ihnen vertrauten Weg via ELSTER.
Auch das Thema Barrierefreiheit wurde von Beginn an mitgedacht. Die Plattform ist so gestaltet, dass sie auf unterschiedlichen Endgeräten nutzbar ist, variable Schriftgrößen unterstützt, ausreichende Kontraste bietet und mit Screenreadern kompatibel ist. Navigation per Tastatur ist ebenso möglich wie die Nutzung auf mobilen Geräten.
Einfache Anbindung weiterer Kommunen
Ein zentrales Prinzip ist die Mandantenfähigkeit. Jede Institution, etwa eine Kommune oder ein Gründungszentrum, kann die Plattform in einer eigenen Instanz nutzen. So bleiben Daten klar getrennt, Zuständigkeiten eindeutig und rechtliche Anforderungen gut abbildbar. Gleichzeitig erlaubt dieses Modell eine einfache Skalierung, da neue Mandanten ohne grundlegende Änderungen an die Plattform angebunden werden können.
Ganz im Sinne des in der Landespolitik in Schleswig-Holstein verankerten Grundsatzes der digitalen Souveränität setzten die Macher von startuphafen.sh bei den KI-Elementen der Plattform auf das europäische LLM-Modell Mistral.
Grundsätzlich stehen alle verwendeten technologischen Bausteine unter einer Open Source-Lizenz. Das gilt allerdings nicht für die ERiC-Schnittstelle von ELSTER für die Anbindung des Systems an die Finanzämter. Für die Funktionsfähigkeit des startuphafen.sh ist deren Einsatz jedoch unabdingbar, so dass hier eine entsprechende Ausnahme vom Open Source-Ansatz unumgänglich wurde.
Technologie und Wissenschaft Hand in Hand
Weil bekanntlich alles Gute immer noch besser werden kann, haben sich die Macher von startuphafen.sh die Unterstützung renommierter wissenschaftlicher Einrichtungen gesichert. Aus verschiedenen Blickwinkeln wollen Seewald, Hasse, Lohmann, Tucker und die Förderpartner überprüfen, ob die Plattform mit ihrem Ansatz das Gründen tatsächlich schneller und einfacher macht und ob dadurch am Ende mehr Menschen den Schritt ins Unternehmertum wagen.
So hat beispielsweise die Fachhochschule Westküste die Usability der Plattform im Blick. Das Zukunftslabor Generative KI unter der Leitung von Doris Weßels berät rund um den KI-Chatbot und die Matchmaking-Funktionen der Plattform. Und last but not least haben Studierende Volker Looks an der Fachhochschule Flensburg in Kürze die Aufgabe, im Rahmen ihres Studiengangs mithilfe des startuphafen.sh ein eigenes Unternehmen zu gründen.
All das wird wertvolle Erkenntnisse darüber liefern, wie der startuphafen.sh die Gründungsdynamik im echten Norden und bald auch schon in anderen Bundesländern weiter verstärken kann.
Warum Open Source?
Getragen von vielen Partnern
startuphafen.sh ist konsequent als Open Source-Projekt angelegt. Diese Entscheidung ist eng mit den Zielen und Werten des Projekts verbunden. Die Plattform soll langfristig nutzbar, weiterentwickelbar und unabhängig von einzelnen Anbietern bleiben. Open Source schafft dafür die notwendigen Voraussetzungen.
Der gesamte Quellcode wird unter der GNU General Public License publiziert und öffentlich zugänglich gemacht. Damit ist sichergestellt, dass die technische Umsetzung nachvollziehbar ist und von anderen geprüft werden kann. Kommunen, Institutionen oder Entwicklerinnen und Entwickler können den Code nutzen, anpassen oder erweitern, ohne rechtliche Hürden fürchten zu müssen.
Open Source fördert zudem Zusammenarbeit. startuphafen.sh ist als Gemeinschaftsprojekt gedacht, getragen von vielen Partnern. Diese Offenheit spiegelt sich auch in der technischen Architektur wider. Verbesserungen und Erweiterungen können zurück in das Projekt fließen und kommen so allen Nutzerinnen und Nutzern zugute. Das stärkt die Qualität der Lösung und erhöht ihre Zukunftsfähigkeit.
Transparenz schafft Vertrauen
Gerade im Kontext öffentlicher Aufgaben ist Transparenz ein wichtiger Faktor. Offener Code erleichtert die Einhaltung von Standards, erhöht die Sicherheit und schafft Vertrauen. Für Verwaltungen bietet Open Source zudem die Möglichkeit, digitale Lösungen nachhaltig einzusetzen und weiterzuentwickeln, ohne sich dauerhaft an proprietäre Systeme zu binden.
Nicht zuletzt unterstützt der Open Source-Ansatz die Skalierbarkeit des Projekts. startuphafen.sh ist als Modellprojekt gestartet, soll aber perspektivisch über die Pilotregion hinaus Wirkung entfalten. Andere Regionen können die Plattform übernehmen, anpassen und in ihre eigenen Strukturen integrieren. So entsteht Schritt für Schritt eine digitale Infrastruktur, die aus der Praxis heraus wächst.
startuphafen.sh zeigt, wie Open Source, moderne Technologie und regionale Zusammenarbeit zusammenwirken können. Als digitaler Hafen für Gründung und Nachfolge im ländlichen Raum bietet die Plattform Orientierung, Struktur und neue Perspektiven. Für den DigitalHub.SH ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie digitale Innovation konkret und wirksam umgesetzt werden kann – nah an den Menschen, offen gedacht und langfristig angelegt.
Projektdetails
Partner
Amt Eiderstedt
PCT Digital GmbH
IHK Flensburg
> zum openCode/Repo
> Portal: startuphafen.sh
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